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WAZ: Kritik an Bundesministern - Allein Ergebnisse zählen - Leitartikel von Norbert Robers

    Essen (ots) - Von Finanzminister Peer Steinbrück wissen wir es schon länger, vom neuen Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg haben wir seit dessen Foto-Shooting auf dem New Yorker Times Square Gewissheit: Beide beherrschen die Kunst der Selbstinszenierung. In der Sache ist beiden dennoch (vorerst) nichts vorzuwerfen. Wer sonntags die häufig verquaste, diplomatisch nichtssagende Sprache vieler Politiker verurteilt, sollte sich montags nicht darüber aufregen, wenn Steinbrück die Schweiz wegen deren Steueroasen-Politik hart und deutlich angreift. Zu Recht. Dass die Schweiz allein der Form wegen zurückkeilt, ist verräterisch. Und wer hatte ernsthaft erwartet, dass zu Guttenberg - oder wer auch immer - die Opel-Krise binnen 48 Stunden löst? Es wäre vielmehr ein Skandal gewesen, wenn er es allein mit Telefonaten versucht hätte. Beide, Steinbrück wie zu Guttenberg, müssen aber damit rechnen, dass sie irgendwann die Frage beantworten müssen: Hat sich Ihr selbstbewusster Auftritt langfristig ausgezahlt? Dann zählen tatsächlich nur noch Ergebnisse statt Worte und Gesten.

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