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WAZ: Anschlag in Nordirland - Signal der Frustrierten - Leitartikel von Jasmin Fischer

    Essen (ots) - Noch haben sich IRA-Dissidenten nicht zu dem Anschlag von Antrim bekannt, doch für leidgeprüfte Experten in Nordirland trägt er unverkennbar ihre Handschrift. Erst im Februar musste die Polizei ausrücken und eine 114-Kilo-Bombe entschärfen; Samstagabend wurde dann die schlimmste Befürchtung des Polizeichefs wahr: Frustrierte Friedensgegner hatten seinem Weckruf nach mehr Sicherheit tödliche Bestätigung verliehen. Nordirland wird jedoch, auch wenn nach zwölf Jahren der Terror zurückgekehrt ist, nicht in alte Zeiten zurückrutschen. 3700 Menschen sind in dem Konflikt umgekommen, doch der Friedensprozess hat die Region mittlerweile verändert, nach vorn gebracht. Die Bevölkerung hat sich an wachsenden Wohlstand gewöhnt, der zuletzt mit jener Ära ohne Bomben Hand in Hand gegangen ist. Den Dissidenten fehlt es für eine umfassende Kampagne, so wie sie einst die IRA organisierte, an Einfluss. Unterschätzen sollte man sie, wie jüngst Sicherheitsexperten, allerdings auch nicht. Antrim könnte das Auftaktsignal für weitere Aktionen sein.

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