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WAZ: Kinderbetreuung - Bildungsarmut - Leitartikel von Christopher Onkelbach

    Essen (ots) - Natürlich hat die CDU-Familienministerin auch den Arbeitsmarkt im Blick, wenn sie für eine bessere Kinderbetreuung wirbt. In Schweden, wo sich Ursula von der Leyen über die Betreuung von Kleinkindern informierte, sind 80 Prozent der Mütter berufstätig, in Deutschland sind viele Alleinerziehende auf Hartz IV angewiesen, weil sie keinen Platz für die Kleinen finden. Somit werden fehlende Krippenplätze zu einem Sozialrisiko. Eine Studie belegte jüngst, dass die Kinderarmut in jenen Ländern höher ist, die wenige Kitaplätze anbieten. Doch braucht es mehr als eine größere Zahl an Plätzen, um auf schwedisches Niveau zu kommen: Dort sind die Kita-Plätze mit rund 130 Euro für das erste Kindergartenkind günstig, das Vorschuljahr ist kostenfrei. Die Erzieherinnen haben zumeist ein Studium absolviert. Kurz: In Schweden greifen Bildungs- und Familienpolitik Hand in Hand. Die Folgen: gute Pisa-Ergebnisse, eine hohe Akademikerquote, gut ausgebildete Fachkräfte. Das alles fehlt in Deutschland. Während man sich in zögerlichen Strukturdebatten verheddert, gehen auf dem Bildungsweg zu viele Talente verloren.

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