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WAZ: Chatami will Präsident werden - Irans zweite Chance. Kommentar von Lutz Heuken

    Essen (ots) - Noch vor kurzem sah es so aus, als steuerten die USA und der Iran unaufhaltsam auf einen Krieg zu. Halsstarrig zeigten sich beide Seiten: der Extremist Mahmud Ahmadinedschad in Teheran, der den Holocaust leugnet und offenbar an der Atombombe bastelt - und George W. Bush, der den Iran stets auf seiner unsäglichen "Achse des Bösen" verortete. Doch nun ändern sich die Vorzeichen. Die neue US-Regierung unter Obama sendet erste leise Friedenssignale gen Teheran. Und dort will Mohammed Chatami erneut Präsident werden; jener Chatami, der schon zwischen 1997 und 2005 an der Spitze des Iran stand, und dessen Versuche einer Annäherung von den USA schroff zurückgewiesen wurden. Indem der Westen versäumte, die Führung um Chatami zu unterstützen, half er den Extremisten an die Macht. Ja, auch Ahmadinedschad ist das Produkt einer Außenpolitik à la Bush. Die Iraner haben nun zum zweiten Mal die Chance, den Reformer Chatami zu wählen. Und der Westen hat nun zum zweiten Mal die Chance, den Reformwillen der Iraner endlich zu belohnen.

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