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WAZ: Jetzt wird es eng für Mehdorn - Kommentar von Wolfgang Mulke

    Essen (ots) - Bahnchef Mehdorn wollten schon viele loswerden, weil er Bahnlinien stilllegte oder an die Börse wollte, Abgeordnete brüskierte oder den Verkehrsminister an der Nase herumführt. Die Anfeindungen hat er allesamt überlebt, hoch gepokert und gewonnen. Nun könnte der umstrittene Manager doch noch vorzeitig in den Ruhestand geschickt werden. Denn statt die Datenaffäre zügig aufzuklären, verstrickt er sich in Widersprüche und hält Eigentümer und Öffentlichkeit hin. Es ist mittlerweile gar nicht mehr wichtig, ob das Unternehmen den Pfad der Legalität verlassen hat oder nicht. Viel mehr Schaden verursacht die in homöopathischen Dosen ausgereichte Wahrheit. Erst war bei der Bahn alles sauber, heute wird intern ermittelt. Erst bezogen sich die Vorwürfe auf lange zurück liegende Zeiträume, jetzt könnten im Keller noch weitere Leichen liegen. Selbst die Kanzlerin mag da keine Ehrenerklärung mehr abgeben. Hat Mehdorn nichts von allem gewusst, hat er als Chef versagt. Hat er es gewusst, hat er auch ein Problem.

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