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WAZ: Einen wie ihn trifft es hart. Kommentar von Ute Schwarzwald

    Essen (ots) - Gute Nacht, Justiz. So lautet einer der ersten Leser-Kommentare zum Urteil im Zumwinkel-Prozess. Das "Recht sei eine Hure" und dieses Urteil "ein Schlag ins Gesicht" anderer.

      In der Tat: Klaus Zumwinkel muss nicht hinter Gitter, wo ihn
viele gern gesehen hätten. Schließlich hat der ehemalige Post-Chef
das Finanzamt systematisch um eine Million Euro betrogen. Aus purer
Gier offenbar; nicht anders ist zu erklären, warum er im angeklagten
Zeitraum zwar zehn Millionen Euro zahlte, aber die elfte auf die
Seite schaffte.

      Dennoch ist dieses Urteil für Klaus Zumwinkel kein mildes. Aus
Angst um seine Reputation hatte er vor Jahren eine Steueramnestie
ungenutzt gelassen, bei der er straffrei geblieben wäre. Was zeigt,
wieviel ihm an Ansehen, an gutem Ruf liegt. Jetzt steht der Manager
des Jahres 2003 am medialen Pranger wie kein anderer Unternehmer, ist
ein Ausgestoßener, vorbestraft, muss sein Bundesverdienstkreuz
vermutlich zurückgeben - und wird sicher nie mehr mit der Kanzlerin
speisen. Einen wie ihn trifft das hart. Andere - gierig wie er -
weckt das Urteil hoffentlich noch rechtzeitig auf.

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