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WAZ: Bildung ist die Eintrittskarte - Kommentar von Sigrid Krause

    Essen (ots) - China Town, Little Italy - das sind "Parallelwelten", die Amerika-Urlauber gern besuchen. Auch deutsche Zuwanderer ließen sich in "ihren" Vierteln nieder, produzierten dort deutsche Lebensmittel und pflegten die Bräuche der alten Heimat. Ihre Spuren finden sich bis heute - und niemand nahm ihnen dieses Eigenleben übel. Weil sie zugleich aktiver Teil der neuen Welt wurden.

      Das ist es, was vielen türkischen Familien in Deutschland bis
heute nicht gelingt. Solange es im Ruhrgebiet genügend Arbeit für
alle gab, fiel dies Kommunal- und Landespolitikern nicht auf. Erst
seit die Armut rapide wächst, ist unübersehbar: Zu viele Kinder
türkischer Herkunft scheitern in der Schule, gehen ohne berufliche
Perspektive ins Leben.

      Es ist richtig, sich diesen Kindern zuzuwenden. Dabei aber
übersehen wir zu oft jene jungen (Deutsch-) Türken, die die Schule
mit Erfolg durchlaufen. Die in Studium und Beruf multikulturell
starten - ein unschätzbarer Vorsprung in der globalen Welt. Dies
zeigt, was zählt: Gute Bildung ist die Eintrittskarte in die
Gesellschaft, in die Welt. Ist sie garantiert, ist es egal, in
welchem Viertel ein Kind aufwächst.

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