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WAZ: Debatte über Koalitionsaussagen - Neue Unübersichtlichkeit - Leitartikel von Ulf Meinke

    Essen (ots) - Man stelle sich für einen Augenblick vor, nicht Parteien, sondern Koalitionen stünden zur Wahl: Schwarz-Gelb, Rot-Grün, das Ampel-Bündnis, "Jamaika" mit Union, FDP und Grüne, die Große Koalition. Zugegeben: Ein solches Prozedere ist reine Fantasie. Realität aber ist, dass vermutlich jeder Wähler am liebsten eine Antwort auf die Frage hätte: Welche Regierung bekomme ich, wenn ich Partei X wähle? So einfach allerdings ist es nicht - ganz unabhängig davon, ob es vor der nächsten Bundestagswahl formelle Koalitionsaussagen geben wird oder nicht. Fest steht immerhin: Die bevorzugte Koalition von Union und FDP ist Schwarz-Gelb. Die SPD strebt ein Ampel-Bündnis mit FDP und Grünen an, da es für Rot-Grün vermutlich nicht reichen wird. Ein sehr realistisches Szenario bleibt auch die Fortsetzung der Großen Koalition - zumal in Zeiten der Wirtschaftskrise. Mehr Gewissheit lässt die neue Unübersichtlichkeit des Fünf-Parteien-Systems nicht zu. Schön ist das nicht, aber angesichts der reifen deutschen Demokratie auch kein Grund zu großer Besorgnis.

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