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WAZ: Dallas in Bochum. Kommentar von Norbert Robers

    Essen (ots) - Das Vertrauen in die Justiz, in deren Unabhängigkeit und Seriosität ist eines der wichtigsten Bausteine des Rechtsstaats. Die Bochumer Staatsanwaltschaft scheint fest entschlossen, diese über Jahrzehnte gewachsene Erwartungshaltung der Bevölkerung nachhaltig erschüttern zu wollen.

      Es geht längst nicht mehr allein um die Frage, ob sich eine
Staatsanwältin bei der Verteilung von Geldbußen angreifbar gemacht
hat. Selbstverständlich muss diese Frage eindeutig beantwortet
werden. Richtig unappetitlich und schädlich wird die Angelegenheit
durch die Tatsache, dass jeden Tag neue Details über das Innenleben
der Bochumer Justizbehörden publik werden. Bei der
Gerüchte-Verteilung spielt jeder sein eigenes Spiel, die gebotene
Pflicht zur sofortigen Beweisführung gilt offenbar nicht mehr. Dallas
in Bochum.

      Jetzt die neueste Wendung. Die Staatsanwältin avanciert zur
Richterin, die Liechtenstein-Akten bleiben in Bochum, von
Disziplinarverfahren wird vorerst abgesehen. Das alles klingt nach
einem politischen Kuhhandel - die Affäre ist damit keineswegs
beigelegt.

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