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WAZ: Fluch der Eitelkeit. Kommentar von Hayke Lanwert

    Essen (ots) - Eitelkeit ist etwas, womit Journalisten sich gut auskennen. Bemerkt, beachtet, gelobt zu werden, das hebt das Selbstwertgefühl. Und manchmal, so scheint es, wächst das Bedürfnis nach Bestätigung mit jeder weiteren Stufe der Karriereleiter. Elke Heidenreich hat viel erreicht. Einst schnodderte sie als Metzgersgattin aus Wanne-Eickel und steckte in diese Else sicher eine Menge von sich selbst, vom Kind aus dem Ruhrgebiet.

      Das Lottermaul kultivierte sie fortan. Frei nach dem Motto
"Hallo, ich bin's! Ich darf das!" Der Aufstieg von der Kunstfigur
Else zur Heidenreich, die sich forsch in die Fußstapfen Marcel
Reich-Ranickis stellte, ist ihr möglicherweise doch nicht ganz so gut
bekommen. Oder wie soll man es interpretieren, wenn sie den
Grimme-Preis annimmt, aber gleichzeitig betont, wie schnurzegal ihr
Ehrungen sind. Einen vergrub sie angeblich im Grab der Mutter, der
andere dient der Tante als Türstopper. Wie uneitel!

      Dass Preisverleihungen öde sein können, die des Deutschen
Fernsehpreises insbesondere, kann man nachvollziehen. Aber sie hätte
ja nicht hingehen müssen, nachdem das ZDF ihr - wem, wenn nicht ihr?
- die Laudatio auf MRR versagte. Wenn man nicht so eitel wäre.

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