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WAZ: Ergebnisse des Bildungsgipfels - Ernüchterung - Leitartikel von Christopher Onkelbach

    Essen (ots) - Flop, Desaster, Enttäuschung - die Reaktionen auf den Bildungsgipfel sind größenteils vernichtend. Zwar gibt es auch Lob, meist aus CDU-Reihen, insgesamt aber überwiegt ein Gefühl der Ernüchterung. Die große Chance, der Bildung in Deutschland gemeinsam entscheidende Impulse zu geben, sie wurde verpasst. Immerhin, es soll wesentlich mehr Geld geben. Doch wie die Milliarden aufgebracht werden sollen, blieb offen. Die Zahl der Schulabbrecher soll sinken, die der Studienanfänger steigen. Das ist nicht neu. Nicht einmal ein durch den Bund mitfinanziertes Mittagessen an Schulen war drin. Der Gipfel sollte den Aufbruch zur Bildungsrepublik markieren. Sichtbarstes Ergebnis ist die Gründung einer Strategiegruppe. Das verschiebt das ungelöste Finanzierungsproblem um zwölf Monate - dann ist die Bundestagswahl gelaufen. Was aber am meisten enttäuscht: Merkel und ihre Kollegen haben keine Idee geboren, an die die Menschen Hoffnungen knüpfen könnten, kein übergreifender Gedanke zur Bildung wurde formuliert, kein Ziel, keine Vision. Es blieb, wieder einmal, bei Versprechen.

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