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WAZ: Einsatz in Afghanistan - Keine Lösung. Kommentar von Willi Germund

    Essen (ots) - Etwas mehr als 80 Prozent der in Afghanistan stationierten Soldaten verlassen während ihres Einsatzes nie die Stützpunkte. Mit der Truppenaufstockung von 3500 auf 4500 Soldaten werden der Bundeswehr nach dem Beschluss des Bundestags deshalb bestenfalls 200 zusätzliche Soldaten für den Einsatz in der Umgebung von Faisabad, Kunduz und Mazar-i-Sharif zur Verfügung stehen. Ob diese Zahl genügt, um gemäß Auftrag "sichere Rahmenbedingungen" für Entwicklungshilfe und den Aufbau afghanischer Regierungsstrukturen zu schaffen, muss bezweifelt werden. Die Bundeswehr schützte schon während der vergangenen Monate vor allem sich selbst, die Truppenaufstockung wird daran nichts ändern. Zumal die Soldaten sich darauf gefasst machen müssen, dass die Lage sich weiter zuspitzt, wenn die zaghaften Verhandlungsversuche zwischen Kabul und den radikal-islamischen Talibanmilizen keine Erfolge zeigen. Im November nächsten Jahres stehen Präsidentschaftswahlen in Afghanistan an. Die Regierungsgegner werden das Land zusätzlich destabilisieren, wenn es vorher keine politische Lösung gibt.

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