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WAZ: Wenn nicht jetzt, wann dann? Kommentar von Thomas Wels

    Essen (ots) - Heute tagt der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) - und er tagt in der selbst ausgehobenen Grube. Die Leitzinserhöhung von Juli war unter Ökonomen umstritten, und sie war im Nachhinein ganz sicher ein Fehler. Die Notenbanker sollten das Selbstbewusstsein aufbringen, angesichts der drohenden Rezession den Fehler zu korrigieren. Was im Sommer galt, gilt jetzt doppelt. Schon im Juli war klar, dass die Preissteigerungsraten von über drei Prozent nicht hausgemacht waren, sondern von außen auf Grund gestiegener Energie- und Rohölpreise nach Europa schwappten. Die EZB kämpfte also auf dem falschen Schlachtfeld, sie verteuerte Kredite und mithin die Investitionen von Unternehmen. Die Energiepreise traf sie nicht. Nun liegt der Rohölpreis nicht mehr bei 150 Dollar je Fass, sondern bei rund 100 Dollar. Und wenn das Jahr auf 2009 umspringt, werden die Inflationsraten nach unten gehen, auf zwei Prozent, vielleicht sogar darunter. Außer einer eitlen Gesichtswahrung gibt es keinen Grund, die Zinsen nicht zu senken.

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