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WAZ: Der Ami, der Rheinländer - Kommentar von Ulrich Schilling-Strack

    Essen (ots) - Die Börsen zittern, die Banken krachen, und man wird das Gefühl nicht los, dass in Amerika bald das Geld alle ist. Da taucht natürlich die Frage auf: Wer ist schuld?

      Wer eine schlüssige Antwort weiß, soll sich rasch melden.
Angefangen hat aber alles mit der Immobilienkrise. Man lieh
Hauskäufern Geld, die sich das eigentlich gar nicht leisten konnten.
Als die Rückzahlungen ausblieben, sahen die Banken in die Röhre.

      Zum Thema "Subprime Market" kann der Ökonom eine schlüssige
Analyse liefern. Hier noch eine etwas andere Antwort: Es ist auch
eine Frage der Mentalität.

      Der Amerikaner ist nämlich Rheinländer, Motto: Et hätt noch immer
jot jejange. Risiko ist er gewohnt. Kein Eigenkapital? Kein Problem,
lockten daher die Bausparkassen, die sich auch mit niedlichen Namen
wie Fannie Mae oder Freddie Mac anbiederten.

      Bei der Besichtigung der Ruinen sollte nicht vergessen werden,
dass wir diese Risikobereitschaft noch unlängst als Flexibilität
bewunderten. Jetzt sind wir aber lieber wieder Schwabe, also erst
schaffe, schaffe und dann Häusle baue.

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