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WAZ: Wider die Populisten - Kommentar von Thomas Wels

    Essen (ots) - Das Wort von Altkanzler Helmut Schmidt hat Gewicht, in der SPD, aber auch in den anderen Parteien. Deshalb ist zu hoffen, dass Schmidts Vergleich von Linken-Chef Oscar Lafontaine mit dem französischen Rechtsextremisten Le Pen dort ankommt, wo er hinzielt: Er ist eine Grußadresse an die verzagten und verhuschten Kollegen, die alleweil davon reden, wie sie die Linke mit Argumenten stellen wollten, dann aber doch am Populisten Lafontaine scheitern wie die Fliegen an der Kuchenhaube.

      Dabei ist das Argumentieren eigentlich nicht schwer, wenn einer
so tut, als müsse man bloß den Reichen mehr nehmen, um den Armen zu
geben, die Energiekonzerne verstaatlichen oder den
grenzüberschreitenden Handel beenden, damit es wieder gerecht zugehe
im Schlaraffenlande D. Es ist allerdings schier unmöglich, wenn
Politiker sich weigern, das Wahlvolk mit "bitteren Wahrheiten"
(Schmidt) zu konfrontieren und aus Angst vor Stimmentzug unangenehme
Botschaften herunterschlucken. Wer traut sich heute noch, die Rente
mit 67 offensiv zu verteidigen?

      So allerdings verflacht die Politik und das Land nimmt Schaden.

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