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WAZ: Rüttgers und die Gendiagnostik - Wunder Punkt - Leitartikel von Angelika Wölk

    Essen (ots) - NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers hat einen Streit mit dem Bundesgesundheitsministerium entfacht. Es geht dabei um ein sensibles Thema: um Gentests an Embryos. Rüttgers hatte den Entwurf des Gendiagnostik-Gesetzes kritisiert. Er sagt: Ein Embryo darf genetisch auf Alzheimer-Risiko getestet und abgetrieben werden, obwohl niemand sagen kann, ob die Krankheit nach 70 oder 80 Jahren auch ausbricht. Aus Berlin kam sofort Widerspruch. Zu Recht - auf der einen Seite. Denn das Gendiagnostik-Gesetz sieht das so nicht vor, auch der Abtreibungsparagraf 218 nicht. Doch Rüttgers hat damit auf ein anderes Thema hingewiesen - auf die vorgeburtliche Diagnostik. Es ist inzwischen fast so, als ob die Untersuchung im Mutterleib selbstverständlicher Bestandteil der Vorsorge sei. Und das, obwohl nicht alle Krankheiten im Mutterleib therapierbar sind. Entscheidet sich eine Frau danach trotzdem für die Geburt eines behinderten Kindes, gilt das schon als große Ausnahme. Welch ein Armutszeugnis für die Gesellschaft. Dass Rüttgers mit seiner Mahnung auch darauf hinwies, ist den Streit mehr als wert.

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