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WAZ: Sicherheit geht vor - Kommentar von Norbert Robers

    Essen (ots) - Es gibt Wissenschaftler, die die Möglichkeit einer nachträglichen Sicherungsverwahrung für rückfallgefährdete und gefährliche Straftäter als "Show" abtun. Es gibt auf der anderen Seite Kinder und Eltern, denen viel Leid erspart geblieben wäre, wenn die Richter genau dieses Instrument angewendet hätten. Um jedes Risiko auszuschließen. Sicherheitshalber.

      Keine Frage: Es sind zuallererst die Kriminalitätsopfer, die
Hilfe und Zuwendung verdienen. Aber der Rechtsstaat schreibt auch
vor, dass jeder Straftäter das Recht hat, zu wissen, wie lange er in
Haft sitzen wird. Eine nachträglich, nach einem Urteil angeordnete
Sicherungsverwahrung ist ein schwerer Eingriff in dieses Recht. Der
Bundesgerichtshof hat aus guten Gründen hohe Hürden für die Anwendung
dieses Instruments gesetzt.

      Die Rechte der Täter sind somit gewährleistet. Es ist daher
zynisch zu argumentieren, dass sich "nur" drei von 67 Tätern nach
ihrer Entlassung als besonders gefährlich erwiesen hätten; im
schlimmsten Fall töten sie erneut einen Menschen. Gibt es auch nur
den geringsten Zweifel an der Ungefährlichkeit eines
Gewaltverbrechers - lebenslänglich. Sicherheitshalber.

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