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WAZ: NRW blieb außen vor - Kommentar von Christoph Meinerz

    Essen (ots) - Es sind Nordrhein-Westfalen, die die SPD jetzt aus ihrer wohl tiefsten Krise führen sollen. Senior Franz Müntefering, zurückgeholt als Parteichef. Frank-Walter Steinmeier als Kanzlerkandidat. Und da wäre noch Peer Steinbrück, gescheitert als Ministerpräsident, aufgestiegen zum Bundesfinanzminister, zugleich Parteivize.

      Das könnte die NRW-SPD mit Stolz erfüllen. (Wenn sich denn die
Ereignisse vom Schwielowsee nachhaltig als der "Befreiungsschlag"
erweisen, von dem jetzt so häufig die Rede ist.) Im Gegensatz zu
früher, hat die aktuelle Führungsspitze der NRW-SPD allerdings nicht
am Personalkarussell der Bundespartei mitdrehen können. Die Chefin
des größten SPD-Landesverbandes wurde offenbar nicht einmal bevorzugt
informiert.

      Mancher möchte darin den Beleg für eine Schwäche von Hannelore
Kraft sehen. Doch im Gegensatz zu ihren einflussreicheren Vorgängern
führt sie eine SPD in Opposition, die seit dem Machtverlust von 2005
noch immer am Boden liegt. Andere werfen Kraft nun zu große
Beck-Treue vor. Dabei war sie ihm gegenüber nur loyal. Was sie nicht
durchgehalten hätte, wenn sie eine schwache Frau wäre.

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