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WAZ: Der Papst geht voran - Kommentar von Ulrich Schilling-Strack

    Essen (ots) - Die Ehrfurcht vor dem toten Leib verbietet einen Eingriff in die körperliche Integrität des Verstorbenen. Der Körper ist kein Ersatzteillager. Frankenstein - nein Danke. Gegen diese Argumente haben die Befürworter der Organspende lange kämpfen müssen. Viel zu lange, finden die todkranken Menschen, die auf ein neues Herz, eine neue Niere, eine Lunge warten.

      Doch erwartet der Herrgott überhaupt, dass wir ihm, wenn denn der
Tag gekommen ist, in einem Stück unter die Augen treten? Nein, sagt
die katholische Kirche, die eine klare Position zu Organspende und
Transplantation vertritt.

      Diskutiert wird im Vatikan allerdings, und das ganz aktuell, über
die Definition des Todeszeitpunkts. Ist der Hirntod wirklich das Ende
des Lebens? Nicht alle menschlichen Empfindungen enden wohl mit dem
Wegfall der Funktionen von Groß- und Kleinhirn.

      Diese Frage muss letztlich die Wissenschaft lösen. Der Papst
beantwortet Grundsätzliches. Schon vor vielen Jahren hat er sich als
Organspender registrieren lassen. Ein Akt der Liebe, befindet er, und
geht so mit gutem Beispiel voran.

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