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WAZ: Lehrerprotest gegen Aktionismus - Der Frust sitzt zu tief - Leitartikel von Sigrid Krause

    Essen (ots) - Von wegen: Der Ministerpräsident tauscht zwei Pressesprecher im Schulministerium aus und alles wird gut. Am Dienstag versuchte Rüttgers, Chaos und Ärger vom Frühjahr um das Zentralabitur als Kommunikationspanne herunterzuspielen. Die harsche Kritik der traditionell eher konservativen Lehrerverbände am "Reform-aktionismus" der Landesregierung sollte ihn nun eines Besseren belehren: Sechs Wochen Ferien haben den tief sitzenden Frust in den Lehrerzimmern nicht besänftigt. Die alten Konfliktfelder bleiben akut. Und der Wunsch, all das Neue aus dem Gesetz im Betrieb erst einmal fundiert zu verankern, ist verständlich. Dass sich Reformen nicht durchpeitschen lassen gegen die Lehrer, erfuhr schon Gabriele Behler schmerzlich: Turbo- und Zentral-Abitur, offene Ganztagsschulen aus dem Nichts, selbstständige Schule oder Lehrer ohne Beamtenstatus waren nur einige ihrer Reformziele. Ende 2002 musste sie gehen und ihre Nachfolgerin versprach: Vorerst ist Schluss mit Reformen. Nun ist Rüttgers am Ball. Mit Schulpolitik gewann er die letzte Wahl. Ob er 2010 damit glänzen kann, ist fraglich.

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