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WAZ: Uneinsichtiger Verdi-Chef - Kommentar von Wolfgang Pott

Essen (ots) - Bei Bsirskes Erklärung zu den Freiflügen mit Lufthansa in die Südsee lohnt es sich, die Zeilen mehrmals zu lesen. Bsirske hat nämlich fein formuliert, Reue zeigt er dabei aber mit keinem Wort. "Das war falsch", sagt der Verdi-Vorsitzende und meint damit lediglich, die öffentlichen Reaktionen auf seine Umsonst-Tickets falsch eingeschätzt zu haben. Bsirske entschuldigt sich nicht, das ist umso peinlicher. Stattdessen sieht er sich als Opfer, das anders bewertet wird als seine Kollegen im Aufsichtsrat. Ungerecht ist das, findet der Top-Funktionär. Er hat doch nur die gleichen Rechte wahrgenommen, wie die anderen auch, sich auf Lufthansa-Kosten um die Welt fliegen zu lassen. Wenn Rücktrittsforderungen aus den Reihen der Politik bislang eher überdreht erschienen, finden sie von Tag zu Tag mehr Berechtigung. Ein Mann, der sich einen dicken Fauxpas erlaubt hat und anschließend auch noch so wenig selbstkritisch daherkommt, sollte sich überlegen, ob der Platz an der Spitze der größten deutschen Gewerkschaft für ihn der richtige ist. Pressekontakt: Westdeutsche Allgemeine Zeitung Zentralredaktion Telefon: 0201 / 804-2727 zentralredaktion@waz.de Original-Content von: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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