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WAZ: Abgehobener Verdi-Chef. Kommentar von Wolfgang Pott

    Essen (ots) - Verkehrte Welt: Verdi-Chef Frank Bsirske hebt samt Gattin auf Kosten der Lufthansa ab in den Südsee-Urlaub, zeitgleich bereiten sich seine Mitglieder auf einen Streik für mehr Lohn vor. Auch wenn Bsirske rechtlich korrekt gehandelt haben sollte, moralisch ist es verwerflich.

      Andere Entscheider in der Wirtschaft mussten wegen ähnlich
gelagerter Fälle zurücktreten. Bundesbankpräsident Welte-ke etwa, der
sich auf Kosten der Dresdner Bank samt Familienanhang zu Silvester in
einem Luxushotel einquartierte. Wel-teke gab später auf, weil der
Druck zu groß wurde. Das ist bei Verdi nicht zu erwarten. Dort freuen
sie sich über den gelungenen Streikausgang. Den obersten Funktionär
in dieser Situation wegen eines groben Fehltritts anzugreifen, ziemt
sich offenbar nicht. Also bleibt Bsirske an seinem Sessel kleben.

      In dem Fall muss aber auch die Lufthansa mit sich ins Gericht
gehen. Ihre Aufsichtsräte sind gewählt worden, um den Kurs des
Unternehmens kritisch zu beaufsichtigen und gegebenenfalls zu
korrigieren. Gratisflüge rund um die Welt konterkarieren die gewollte
Unabhängigkeit eines solchen Gremiums. Das kann kein Vorstand
wirklich wollen.

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