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WAZ: DHL-Drehkreuz als Job-Drehtür. Kommentar von Thomas Wels

    Essen (ots) - In Köln und Bonn werden es die Stadtoberen mit Genugtuung gelesen haben: Die EU-Wettbewerbshüter haben den Brüdern und Schwestern in Leipzig verboten, den Frachtdienstleister DHL auch noch für den Fall abzusichern, dass sich irgendwann mal etwas an der Nachtflugerlaubnis am dortigen Flughafen ändern sollte. Bis zu 500 Millionen Euro schwer war diese Patronatserklärung des Freistaates Sachsen für solcherlei Unbill. Dafür, und für einen Zuschuss von 350 Millionen Euro für den Bau einer neuen Landebahn, hat sich die Post-Tochter weiland vom Flughafen Köln/Bonn auf gen Osten gemacht, um dort das Frachtdrehkreuz aufzubauen. Ein Drehkreuz mit Drehtüreffekt: Rund 500 Arbeitsplätze sind gleich mit vom Rhein nach Leipzig gezogen. Das muss man im Westen nicht schön finden, zumal sowohl Köln als auch Bonn in den Solidarfond Deutsche Einheit einzahlen, und damit letztlich noch die Arbeitsplatzabwerbung selbst bezahlen. Es sind die Unternehmen, die sich so zu Lasten der Steuerzahler einen schlanken Fuß machen. Die EU hat gut entschieden.

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