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WAZ: Hoffentlich auf die saubere Tour. Kommentar von Hans-Josef Justen

    Essen (ots) - Heute geht es los. Ausnahmsweise und erstmals seit 42 Jahren nicht mit dem obligaten Prolog, einem kurzen Zeitfahren, sondern gleich mit einer 197,5 Kilometer langen Etappe von Brest nach Plumelec, wo der erste Teilzeit-Gewinner der 95. Tour de France ins Gelbe Trikot steigen wird. Und in drei Wochen dann das Finale, das in den vergangenen Jahren leider immer häufiger von Doping-Skandalen besudelt worden ist. Trister Tiefpunkt in der nach unten offenen Skala war 2006 die Affäre um den Ameriker Floyd Landis, dem der Gesamtsieg aberkannt wurde. Und im Jahr danach vermasselten Namen wie Winokurow und Sinkewitz den äußerst geringen Restbestand des Glaubens an eine saubere Tour, die längst zur Apotheke auf Rädern geworden war. Doch ab heute soll, wie von Machern und Teilnehmern stramm behauptet wird, die unbefleckte Reinheit auf die strapaziöse Rundreise gehen. So bekräftigt der Berliner Jens Voigt: "Wir haben das Licht am Ende des Tunnels erreicht. Wir haben unseren Sport so gut gesäubert, wie es geht." Hoffentlich. Denn andernfalls wäre wohl auf ewig Schluss mit einem Klassiker, dem bitter enttäuschte Fans längst die Liebe entzogen haben. Sie wollen Siege und Sieger feiern, aber keine gemeinen Betrüger. Denn es reicht ihnen, wenn sie schon im Alltag ständig mit Lügen leben müssen.

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