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WAZ: Kusch nutzt Ängste aus. Kommentar von Petra Koruhn

Essen (ots) - Die einen werden entsetzt sein über das, was sich Roger Kusch ausgedacht hat: Erst brachte er sich mit der "Tötungsmaschine" in die Schlagzeilen. Nun setzt er mit der inszenierten Selbsttötung einer alten Dame dem Treiben die Krone auf. Aber es gibt die anderen, für die das nicht unmenschlich klingt, sondern human. Weil ihnen endlich jemand einen Ausweg anbietet. Endlich ist da einer, der Lösungen zeigt - wenn man Angst hat vor Schmerzen oder davor, im Altenheim schlecht gepflegt zu werden. Aber Vorsicht, Kusch ist einer, den die Ängste anderer nur interessieren, wenn er sie für seinen Zweck ausnutzen kann. Dass er mit diesen zynischen Ideen ankommt, liegt auch daran, dass unser System die Palliativmedizin stiefkindlich behandelt. Sie ist zu wenig vertreten und vielfach unbekannt. Wer weiß schon, dass es möglich ist, ohne Schmerzen zu sterben? Auch weil es Hospize gibt. Diese tröstliche Einrichtung bietet etwas, das uns wertvoll sein sollte: das Ende des Lebens bewusst erleben zu können. Der Tod ist ein Teil des Lebens. Eine menschliche Gesellschaft muss ihm mit Respekt begegnen. Pressekontakt: Westdeutsche Allgemeine Zeitung Zentralredaktion Telefon: 0201 / 804-2727 zentralredaktion@waz.de Original-Content von: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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