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WAZ: Wann die Preise purzeln. Kommentar von Stefan Schulte

    Essen (ots) - Es hatte viel Vertröstendes, als Wirtschaftsminister Glos erklärte, die Ölpreise könnten nicht so schnell auf die frohe Botschaft reagieren, die er aus Saudi-Arabien mitgebracht hatte. Den Ölhahn könne man nicht so leicht aufdrehen wie einen Wasserhahn. Rein bildlich mag er da Recht haben, aber an den Börsen lässt die bloße Ankündigung normalerweise eben doch die Preise purzeln - wenn sie ernst gemeint ist. Das war sie nicht. Einige Opec-Staaten hatten versprochen, mehr Öl zu fördern, doch der algerische Opec-Präsident erklärte kurz darauf, das sei eigentlich nicht nötig. So lange die Förderländer dieses so knappe Gut knapp halten, werden die Finanzmärkte in Öl investieren und so den Preis weiter treiben. Staaten, die vom Öl leben, haben kein Interesse daran, sich die eigenen Preise kaputtzumachen. Also loten sie die Grenzen aus. Daran wird kein Gipfel und keine Schimpftirade gegen die Spekulanten etwas ändern. Der Westen kann nicht mehr tun, als sich unabhängiger vom Öl zu machen. Dann sinken die Preise von alleine.

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