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WAZ: Pretty Woman - nur im Kino. Kommentar von Ulrich Schilling-Strack

Essen (ots) - Das Rotlicht-Milieu. Klingt erstmal schön schummerig, gar romantisch wie etwa in "Pretty Woman" oder "Irma La Douce". Hat in der Realität aber mit großem Kino nichts gemein. Nackte Gewalt regiert die Klubs und den Straßenstrich, und deshalb wird es Zeit, dass sich der Gesetzgeber um die empörende Ausbeutung kümmert. Der Ansatz der Bundesregierung, die Kundschaft in die Verantwortung zu nehmen, ist so falsch nicht. Der Freier ist durchaus ansprechbar. Die Frauen, gefesselt in der Zwangsprostitution, haben dagegen überhaupt keine Stimme. Sie verstehen oft die Sprache nicht und werden von ihren Peinigern unter Druck gesetzt. Das alles ist längst bekannt. Das Elend vieler Mädchen, die mit Lügen gelockt und mit Prügel gefügig gemacht werden, ist auch kaum zu übersehen. Dass die Freier das nicht schert, offenbart einen Grad an Gewissenlosigkeit, der strafrechtlich durchaus fassbar sein sollte. Schrecken hohe Haftstrafen ab? Das wollen wir doch hoffen. Wird es dadurch keine Ausbeutung mehr geben, das Geschäft mit der käuflichen "Liebe" gar verschwinden? Natürlich nicht. Pressekontakt: Westdeutsche Allgemeine Zeitung Zentralredaktion Telefon: 0201 / 804-2727 zentralredaktion@waz.de Original-Content von: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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