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WAZ: Ideologische Fronten lockern sich - Klima und Atomkraft - Leitartikel von Ulrich Reitz

    Essen (ots) - Es kommt wirklich nicht alle Tage vor, dass ein Klimaschützer, ein sehr prominenter sogar, nichts einzuwenden hat gegen Kernkraftwerke. Jedenfalls gegen die Verlängerung ihrer Laufzeiten. So aber hat sich Hans Joachim Schellnhuber, einer der weltweit angesehendsten Klimaforscher, gestern auf der Klimakonferenz der Landesregierung in Essen geäußert. Auch die Bedingung, die Schellnhuber nannte, ist vernünftig: Die Energieriesen sollten die Gewinne, die sie aus den längeren Laufzeiten einstreichen könnten, in einen Fonds einspeisen, der Technologien zum Klimaschutz fördert. Ein ganz bemerkenswertes Signal. Spricht es doch dafür, dass hier ideologische Schützengräben verlassen werden und sich die einbetonierten Diskurs-Formationen in Deutschland wieder lockern. Wenn man ausgerechnet bei dem sensiblen und hoch emotionalen Thema Klimaschutz wieder sachlicher miteinander umgehen könnte, wäre das nicht nur ein Beitrag zum intellektuellen Klimaschutz, sondern auch zum Fortschritt in der Sache. Das Thema ist viel zu ernst für Symbolpolitik.

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