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WAZ: Hände weg vom Vatertag - Kommentar von Norbert Robers

    Essen (ots) - Familienministerin Ursula von der Leyen wird damit leben müssen, dass sie für ihren Aufruf zur Abstinenz am Vatertag reichlich hämische Kommentare ernten wird. Aus guten Gründen. Dazu mehr in acht Zeilen. In einem Punkt verdient sie allerdings uneingeschränkte Unterstützung: Kein Kind sollte miterleben müssen, dass sich Papa oder Mama vor seinen Augen besäuft.

      Aber muss man deswegen den Vatertag neu erfinden, wie die
Unions-Politikerin fordert? Unsinn. Sollte ausgerechnet die
zuständige Ministerin keinen blassen Schimmer von der modernen
Papa-Welt haben? 90 von 100 Vätern sind heute bei der Geburt dabei.
Die meisten der unter 45-jährigen Väter nutzen jede freie Minute für
ihre Kinder, sie wickeln und baden, sie tummeln sich auf den
Spielplätzen. Das gängige Vorurteil vom faulen, meist abwesenden und
diktatorischen Vater verstellt den Blick für die Tatsache, dass der
rührige, besorgte und partnerschaftliche Vater längst die Regel ist.

      Diese Väter, und sie stellen die große Mehrheit, brauchen keine
politischen Ratschläge für eine sinnvolle Vatertags-Gestaltung. Diese
Aufgabe haben längst deren Kinder übernommen.

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