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WAZ: Der Protest hat gewirkt - Kommentar von Rolf Potthoff

    Essen (ots) - Wenn man bedenkt, dass Peking - nicht lang ist es her - mit diplomatischer Eiszeit auf den Empfang des Dalai Lama bei der Kanzlerin reagierte, ist Chinas Dialogangebot an eben denselben des Staunens wert.

      Zweifellos hat hier die Empörung über Pekings aggressive
Tibet-Politik Wirkung erzielt. Auch der Protest beim Lauf der
olympischen Fackel ließ sich weder verbieten noch vertuschen vor den
Augen der Welt.

      Um die Spiele zu retten, ist Peking offenbar bereit, über den
eigenen Schatten zu springen. Das muss respektiert werden. Und
gewisse Perspektiven für die China-Politik ergeben sich eventuell
auch.

      Denn es dürfte Peking zwar leicht fallen, nach den Spielen wieder
den harten Kurs einzuschlagen. Doch das Dialog-Angebot beweist, dass
China das Verhalten der Weltöffentlichkeit eben nicht kaltschnäuzig
abperlen lässt, sondern abwägend wahrnimmt und darauf reagiert.

      Nicht zuletzt werden die Menschen gestärkt, deren Protest gegen
das harte chinesische Vorgehen in Tibet verdeutlichte: Menschen- und
Bürgerrechte sind universell keine beliebigen Werte.

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