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WAZ: Nur einmal im Leben - Kommentar von Sigrid Krause

    Essen (ots) - Bisher war es eher still. Das zweite Zentralabitur in NRW ging bisher nahezu lautlos über die Bühne. Das erste war nach einem enormen Kraftakt aller Beteiligten gut geglückt. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Die Abschlussnoten des ersten Zentralabi-Jahrgangs waren nahezu identisch mit den Noten der letzten klassischen Abiturienten.

      2008 würde es noch unaufgeregter und besser gehen, waren alle
guter Dinge. Nun aber kommen erste Zweifel auf. Noch steht nicht
fest, welche Noten unter den Klausuren stehen werden. Dass es aber
Klassen gibt, in denen ein Großteil der Arbeiten mit fünf benotet
wird, lässt aufhorchen. Und wenn selbst gestandene Mathe-Lehrer
angesichts der Aufgabenfülle kapitulieren würden, ist offenbar etwas
falsch gelaufen.

      Die Schuld einfach den Lehrern zuzuschieben, ist eine allzu
leichte Übung. Aufgaben dürfen anspruchsvoll, müssen aber lösbar
sein. Ist das nicht gewährleistet, stimmt etwas nicht am System. Das
ist für die Zukunft zu ändern. Die Abiturienten von heute brauchen
aber die Gewissheit, dass sie nicht als Versuchskaninchen auf der
Strecke bleiben - das Abitur macht man einmal im Leben.

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