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WAZ: Der Sieger heißt Verdi. Kommentar von Angelika Wölk

    Essen (ots) - Großes Aufatmen: Die Tarifparteien im öffentlichen Dienst haben einen Streik in letzter Minute abgewendet. Die Verhandlungsführer auf beiden Seiten verdienen Lob. Ein kräftezehrender Streik wäre das letzte gewesen, was das Land gebraucht hätte.

      Ein Sieger im Tarifpoker steht auch fest: die Gewerkschaft Verdi.
Sie hat für die Beschäftigten herausgeholt, was herauszuholen war.
Der Abschluss liegt um einiges höher als der Schlichterspruch. Die
Beschäftigten haben es verdient. Ihre Erwartungen waren hoch - zu
Recht. Denn sie haben etliche Nullrunden hinter sich.

      Doch ob sich dieser Abschluss am Ende für alle auszahlt, steht
auf einem anderen Blatt. Denn die Lohnzuwächse - vor allem im
Nahverkehr - scheinen zwar sozial, aber sie bergen ein großes Risiko:
Sie erhöhen den Druck zur Privatisierung. Und sie schmälern die
Chancen gerade für gering Qualifizierte, überhaupt noch einen der
sicheren Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst zu ergattern. Das ist
bitter. Ein hoher Preis. Verdi, der Sieger im Poker, zahlt ihn nicht.

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