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WAZ: Mindestlöhne in den Branchen - Schadenfreude - Leitartikel von Stefan Schulte

    Essen (ots) - Wer den Mund zu voll nimmt, darf sich über Spott und Häme nicht wundern. Branche für Branche wollte die SPD Mindestlöhne einführen. Und dabei jedesmal daran erinnern, dass die Union leider einen allgemeinen Mindestlohn für alle verhindere. Nun lassen die Branchen die SPD im Stich - nur fünf statt der angekündigten zehn wollen noch ins Entsendegesetz. Von Bedeutung ist das auch für den Kurs der Union. Um sich nicht alle Nase lang vorführen zu lassen, waren einige CDU-Politiker bereits umgekippt. Nach dem Motto: Besser ein allgemeiner Mindestlohn als ein Flickenteppich und endlose Debatten. Diese Stimmen dürften nun wieder verstummen. Doch so verständlich die Schadenfreude der Union sein mag - bei den fälligen Entscheidungen hilft sie ihr nicht. Zeitarbeiter, Wachleute und Forstarbeiter haben ein Recht darauf, vor Lohndumping geschützt zu werden. Ihre Arbeitgeber wollen es genauso wie sie. Die Union hat immer vor einem Ausufern der Branchen-Mindestlöhne gewarnt. Dass sich so wenige gemeldet haben, ist ein Argument dafür und nicht dagegen, sie ins Entsendegesetz aufzunehmen.

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