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WAZ: Mehr Männer reichen nicht - Kommentar von Sigrid Krause

    Essen (ots) - Mädchen sind fleißig und lieb, Jungen stören lieber, als dass sie brav lernen. Zudem fehlt in Kitas und Schulen der Mann als Identifikationsmodell - kein Wunder, dass Jungen ins Hintertreffen geraten. Oder?

      Die Zahlen sind alarmierend: Jeder zehnte Junge verlässt die
Schule ohne Abschluss, mehr Mädchen als Jungen machen Abitur. Aber:
Jungen sind nicht nur die Mehrheit in der Risikogruppe, sondern auch
bei den Spitzenlernern. Jetzt blind nur Jungen besonders zu fördern,
wäre falsch.

      In der Grundschule liegen Jungen und Mädchen ja fast gleichauf,
erst beim Schulwechsel trennen sich ihre Wege: Mehr Jungen als
Mädchen landen in den Haupt- und Förderschulen. Weil sie sprachlich
hinter den Mädchen zurückliegen, wie man weiß. Weil etwa Orthographie
ihnen eher schnuppe ist - solange es nicht um Wörter geht wie
"Schiedsrichter" oder "Podolski".

      Was also tun? Mehr Männer in Kitas und Schulen? Das reicht nicht.
Was fehlt, sind Lehrkräfte, die erkennen, wie und wann ihre
persönliche Schere im Kopf wirkt - bei den Jungen wie bei den
Mädchen. Und welches "Lernfutter" gerade Jungen brauchen.

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