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WAZ: Thobens Schachzug - Kommentar von Wolfgang Pott

    Essen (ots) - Viel wird in der Politik über Bürgerbeteiligung diskutiert. Mehr Volksentscheide müssten bei wichtigen Fragen her, meinen manche. Dabei geht es oft viel einfacher und preiswerter. Bestes Beispiel ist die vom NRW-Wirtschaftsministerium angestoßene Beteiligung der Bürger an der Suche nach einem Slogan für NRW.

      Der Ansturm wird nun wahrscheinlich noch viel größer, als er
ohnehin ist. Landeswirtschaftsministerin Christa Thoben nutzt die
Euphorie in der Bevölkerung für einen klugen Schachzug. Denn sie hat
nicht damit gerechnet, dass die Widerstände in der Opposition, vor
allem aber beim kleineren Koalitionspartner FDP, so groß sein würden.

      Nun müssen die Gegner der geplanten Standortkampagne gegen das
Volk antreten. Für einen Politiker, der wiedergewählt werden will,
gibt es kaum Schlimmeres.

      Doch Thoben muss sich vorsehen. Noch steht der Spaßfaktor bei den
Bürgern im Vordergrund. Wenn sich die Kampagne im Nachhinein aber als
Flop erweist, denkt keiner mehr an liebevoll formulierte Slogans. Und
ein Scheitern ist angesichts eines Minimaletats von zehn Millionen
Euro allemal möglich.

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