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WAZ: Ein Kind ist allein - Leitartikel von Birgitta Stauber-Klein

    Essen (ots) - Eine Affäre, ein Kind, jede Menge Eifersucht: Das ist der Stoff, den das Leben schreibt. Leider bleiben dabei meist die Schwächsten, die Kinder, auf der Strecke. So auch in dem Fall, den das Bundesverfassungsgericht verhandelt.

      Juristisch ist die Angelegenheit eindeutig: Wenn Kinder das Recht
auf Umgang haben, dann sind Eltern in der Pflicht, ihnen den Umgang
zu gewähren. Wenn dabei Druck nötig ist - warum nicht. Schließlich
setzt auch die Ehefrau den Vater unter Druck, wenn sie mit Trennung
droht, sollte der Mann seinen Sohn treffen.

      Das gefährdet im Übrigen nicht nur das Wohl des unehelichen
Kindes, sondern auch das seiner Halbgeschwister, die ihren Bruder
nicht kennen lernen dürfen - obwohl sie dazu auch ein Recht haben.

      Natürlich wird ein dauerhafter Zwangskontakt dem Jungen nicht
helfen. Juristisch ist ihm ohnehin nicht zu helfen, solange alle
Beteiligten ihre persönliche Gefühle nach der Affäre in den
Vordergrund stellen statt zu erkennen: Hier geht es um einen Jungen,
der allein im Heim lebt. Ein Junge, der Eltern braucht.

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