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WAZ: Das Ende eines gepflegten Tabus Vertreibung wird Thema - Kommentar von Ulrich Reitz

    Essen (ots) - Endlich wird die Geschichte von Flucht und Vertreibung (Pflicht-) Thema in Schulen. Es musste wohl zuerst der Revanchismus-Unverdächtige Günter Grass seinen Vertreibungs-Bestseller "Im Krebsgang" schreiben. Oder der packende Mehrteiler über "Die Flucht" im Fernsehen laufen - vor 13,5 Millionen Zuschauern. Damit erlebte das Thema, lange Verbänden überlassen, seinen gesellschaftlichen Durchbruch. Selbstredend geht es nicht darum, Geschichte umzuschreiben. Oder die Verbrechen der Nazis gegen die der Kommunisten aufzurechnen. Oder die Einzigartigkeit des NS-Vernichtungswahns zu relativieren. Es geht einfach um einen unverkrampften, ideologiebefreiten Umgang mit dem, was geschah. Nichts anderes ist Geschichte. Flucht und Vertreibung haben nicht nur Deutsche erlitten, auch das wird zur Sprache kommen. Aber dieses Thema hat es verdient, gerade an nordrhein-westfälischen Schulen unterrichtet zu werden. Jeder Vierte hier hat familiäre Wurzeln in Ostpreußen, Pommern, dem Sudetenland oder Schlesien. Der Komplex ist aktuell: Wie sonst ließe sich Polens Politik verstehen?

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