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Märkische Oderzeitung: Märkische Oderzeitung (Frankfurt/Oder): Kriminalpsychologe Rudolf Egg fordert Vier-Augen-Prinzip bei psychologischen Untersuchungen in Haftanstalten

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Frankfurt/Oder. Nach dem Selbstmord des inhaftierten Bombenbauers Dschaber al-Bakr hat der Kriminalpsychologe Rudolf Egg gefordert, gefährdete Häftlinge grundsätzlich von zwei Psychologen beurteilen zu lassen. "Ein Vier-Augen-Prinzip wäre immer sinnvoll", sagte der frühere Leiter der Kriminologischen Zentralstelle in Wiesbaden der "Märkischen Oderzeitung" (Freitagausgabe). Die fatale Falscheinschätzung der Suizidgefahr des Gefangenen al-Bakr sei "für die Justizvollzugsanstalt Leipzig und für die sächsische Justiz nicht nur peinlich, sondern höchst ärgerlich", zumal es sich um jemanden handle, der als hochgefährlicher Terrorist eingeschätzt wurde, erklärte der Psychologe dem Blatt.

Bei unklaren Diagnosen wie in diesem Fall - die Haftrichterin hatte eine Selbstmordgefahr klar erkannt, die entsprechende Überwachung wurde aber später reduziert - sei es immer gut, eine Zweitmeinung einzuholen. Dieses Prinzip habe sich zum Beispiel bei der Entscheidung zur Lockerung von Haftstrafen bewährt. "Man muss aber auch jemanden haben, der das machen kann", erklärte Egg. Jedoch sei die Personaldecke im Strafvollzug in vielen Bundesländern dafür eher zu dünn. +++

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