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Märkische Oderzeitung: Agenturfassung der Märkische Oderzeitung Frankfurt (Oder):

Frankfurt/Oder (ots) - Poppe warnt vor alten Seilschaften in Brandenburg (Donnerstagausgabe)

Frankfurt (Oder). In Brandenburg sind mehr "alte Seilschaften" aktiv als in anderen neuen Bundesländern. Das erklärte die Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der kommunistischen Diktatur, Ulrike Poppe, gegenüber der Märkischen Oderzeitung (Donnerstagausgabe). Das zeige sich unter anderem in einer stärkeren Abwehr gegen eine kritische Sicht auf die DDR als in den übrigen ostdeutschen Ländern. In Teilen der brandenburgischen Wirtschaft und Verwaltung liege die Meinungsführerschaft heute noch bei ehemaligen Stützen des DDR-¬Systems. Entsprechend groß sei der Aufarbeitungsstau, so Poppe. "Ich hätte mir gewünscht, dass Brandenburg zusammen mit den anderen neuen Ländern in den 90-ern einen Stasi-Beauftragten installiert hätte", sagte Poppe. Dann würde nicht so viel Mehltau über vielen Debatten zur Vergangenheit liegen. Außerdem gebe es großen Nachholbedarf bei der Beratung ehemaliger Opfer. Die Landesbeauftragte kritisierte zudem, dass viele Lehrer ein verklärtes Bild der DDR vermitteln würden. Bei Besuchen in Schulen sei sie auf eine erschreckende Verteidigungsstrategie der DDR gestoßen, berichtete sie. Schüler würden generell zu wenig über die Zeit vor 1989 erfahren und vor allem keine Einsichten in die Wirkungsweise der Diktatur erlangen. "Wir erleben eine Nostalgiewelle, die kaum noch etwas mit der Realität in der DDR zu tun hat", sagte die 57-Jährige. +++

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