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Märkische Oderzeitung: Kommentarauszug zu Georgien: Tiefer Dissens

    Frankfurt/Oder (ots) - Nachdem die Waffen gesprochen haben, verschärft sich nun der Krieg der Worte. Es wird eine diplomatische Lösung der Konflikte um Südossetien und Abchasien gewiss nicht erleichtern, wenn die Präsidenten Georgiens und Polens vor einem Einmarsch der russischen Armee in das Baltikum und in die Ukraine warnen. Das ist - mit Verlaub - dummes Zeug. Natürlich reagieren die ost- und mitteleuropäischen Staaten nach ihren geschichtlichen Erfahrungen mit der Sowjetunion besonders sensibel auf jede Regung russischen Hegemonialstrebens. Aber gerade deshalb muss Moskau eingebunden und nicht ausgegrenzt werden. Weil es darüber in NATO und EU einen tiefen Dissens zwischen alten und neuen Mitgliedsländern gibt, hakt es im Sicherheitsbereich und auch bei den Wirtschaftskontakten. Dabei ist die gegenseitige Abhängigkeit augenscheinlich: Die EU-Staaten brauchen dauerhaft sibirisches Öl und Gas. Russland benötigt die Deviseneinnahmen dringend zur Modernisierung des Landes. Wenn das alle begreifen, könnte endlich die Realpolitik ein Chance bekommen.

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