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BERLINER MORGENPOST: Doppelter Schaden - Ein Kommentar von Hajo Schumacher

Berlin (ots) - Was ist so schlimm, wenn ein Bundestagsabgeordneter, der für liberale Drogenpolitik eintrat, mit einer Bagatellmenge vom Dealer kommt? Der Rücktritt von allen Ämtern scheint als politische Selbstbestrafung genug zu sein. Oder?

Nicht ganz. Bei Volker Beck ist die Lage anders. Hier geht es um eine der routiniertesten Kräfte des Berliner Politikbetriebs. Ihm ist weder Dämlichkeit noch jugendlicher Leichtsinn zu unterstellen. Eben dieser Politprofi aber hat gleich beiden Communitys, denen er seit Jahren zu dienen vorgibt, ohne Not schweren Schaden zugefügt.

Ärzte und Aktivisten beklagen seit etwa zwei Jahren eine Verrohung der Schwulenszene. Die Hooligan-Droge Crystal Meth verwandelt Hänflinge in Größenwahnsinnige, treibt zu nicht immer erwünschten Höchstleistungen, senkt die Empathie, übersteigert das Ego. Eine Stimme der Verantwortung hätte gemahnt, gewarnt, gebremst. Beck nicht.

Zweitens ist der gebürtige Stuttgarter den Grünen brutalstmöglich in den Rücken gefallen. Die an Charismatikern derzeit arme Öko-Partei hat genau einen Mann mit historischem Potenzial: Winfried Kretschmann. Nicht auszudenken, wenn Becks Einkaufstour das Wunder von Stuttgart kaputt macht.

Auszeit plus Therapie wäre das Minimum an Besinnungsbewährung.

Der ganze Kommentar im Internet unter: www.morgenpost.de/207119335

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