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BERLINER MORGENPOST: Ein verständlicher Ausbruch
Ein Leitartikel von Hajo Schumacher

Berlin (ots) - Gestern hielt Deutschland kurz die Luft an, sogar Horst Seehofer. Was hatte die Kanzlerin gesagt? "Wenn wir jetzt anfangen, uns noch entschuldigen zu müssen dafür, dass wir in Notsituationen ein freundliches Gesicht zeigen, dann ist das nicht mein Land." Das war gefühlshaltiger als die üblichen Floskeln mit Ausstiegsoption. So klar haben wir Angela Merkel selten erlebt. Die begnadete Nicht-Festlegerin, die protestantische Emotionskontrolleurin zeigte zum ersten Mal in ihrem politischen Leben, wie sie Patriotismus definiert, und zwar durchaus pragmatisch. Man muss weder Angela Merkel noch ihre Politik schätzen. Aber ihr Ausbruch ist verständlich. War Merkels Mahnwort nur ein hartes Signal an die Seehofers? Oder deutet sich da erstmals Wundsein an, dieses schleichende Verzweifeln an einem Land, dem man es nie recht machen kann? Bitterkeit ist eine Krankheit, die neben der Einsamkeit noch jeden Kanzler befallen hat. Auch bei Angela Merkel ist es irgendwann soweit. Aber wann?

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