Aktionsbündnis gegen AIDS

Start der neuen Kampagne: Leben vor Pharmaprofit! - Patente können tödlich sein

Tübingen (ots) - Das Aktionsbündnis gegen AIDS ruft die BesucherInnen des Katholikentages auf, die neue Kampagne zu unterstützen. Unter dem Motto Leben vor Pharmaprofit! - Patente können tödlich sein. startet die bundesweite Kampagne am Donnerstag, 22. Mai 2008 auf dem Katholikentag in Osnabrück. Sie will erreichen, dass alle Menschen Zugang zu lebensnotwendigen Aids-Medikamenten erhalten. Dies ist nur möglich, wenn auch neuere Medikamente bezahlbar sind. Die drei Pharmafirmen Abbott, Bristol Myers-Squibb und Gilead, haben in Indien Patentanträge für mehrere dieser lebensnotwendigen Aids-Medikamente gestellt. "Durch diese Patentanträge der großen Pharmafirmen wird der Wettbewerb behindert und somit die dringend notwendige Preissenkung der Medikamente. Deshalb fordern wir die drei Pharmafirmen auf, ihre Patentanträge unverzüglich zurück zu nehmen!" sagt Dr. Christiane Fischer, Sprecherin des Aktionsbündnis gegen AIDS und Geschäftsführerin der BUKO-Pharma-Kampagne. Das Profitinteresse der Firmen dürfe nicht über Leben und Tod von Millionen von Menschen entscheiden, so Dr. Christiane Fischer. Die Patentanträge beziehen sich auf Aids-Medikamente der so genannten zweiten Therapielinie: Diese neuen und weiterentwickelten Medikamente kosten selbst in den ärmsten Ländern über 500 US-Dollar, in vielen Schwellenländern sogar über 1.000 US-Dollar pro Jahr - und sind damit für die meisten Menschen und Gesundheitsprogramme unerschwinglich.

Indische Pharmaunternehmen stellen preiswerte Kopien von Aids-Medikamenten her, sogenannte Generika, und exportieren diese in viele ärmere Länder. Für die Versorgung der PatientInnen in armen Ländern sind diese Medikamente unverzichtbar. Deshalb wird Indien auch oft als Apotheke der Armen bezeichnet. Damit könnte bald Schluss sein: falls die Patentanträge der drei großen Pharmafirmen genehmigt würden, hätten nur sie das Recht diese Präparate herzustellen - für die kommenden 20 Jahre. Diese Monopolstellung bedeutet auch ein Preisdiktat. Die Konsequenz: viele Menschen in ärmeren Ländern können sich die teuren Medikamente nicht mehr leisten. Deshalb fordert das Aktionsbündnis, dass die großen Pharmafirmen ihre Patentanträge in Indien sofort zurückziehen und somit die Medikamente für die Generikaproduktion freigeben.

EINLADUNG ZUM PRESSEGESPRÄCH

Während des Katholikentages in Osnabrück wird die neue Kampagne der Öffentlichkeit vorgestellt. Wir laden Sie ein am Donnerstag, 22. Mai um 14h30 zur Aktionsbühne im Schlossgarten und am Freitag, 23. Mai um 13h00 zur Aktionsbühne auf der Großen Domsfreiheit zum Start der neuen Aktion ein. Im Anschluss besteht die Möglichkeit für Pressegespräche. Das Aktionsbündnis gegen AIDS ist von Mittwoch, 21. Mai 2008 bis Samstag, 24. Mai 2008 auf der Kirchenmeile Eine Welt an der Johannisfreiheit (Kath. Kirche St. Johann) mit einem Stand (Nr. E 603) vertreten. Dort steht eine AnsprechpartnerIn für die Presse zur Verfügung.

Pressekontakt:

Stefan Jankowiak oder Mirjam Hagebölling 0176 - 241 94 898	
Dr. Christiane Fischer 0162 - 609 44 63
Original-Content von: Aktionsbündnis gegen AIDS, übermittelt durch news aktuell

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