Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb)

"96 Stunden"-Aktion am Bahnhof Zoo

Berlin (ots) - Mo | 15.09.14 | 18:30 | rbb Fernsehen

"zibb" in Zusammenarbeit mit Inforadio

Am 15. September startet in Berlin eine neue "96-Stunden"-Aktion des rbb-Fernsehmagazins "zibb" in Zusammenarbeit mit Inforadio. Mit der Unterstützung von Zuschauern und Radiohörerinnen soll der ältesten Ambulanz für Wohnungslose in Berlin geholfen werden.

Tatkräftiger Einsatz für die Obdachlosenambulanz Die Obdachlosenambulanz in der Jebensstraße, gleich gegenüber vom Bahnhof Zoo, ist die älteste in Berlin. Seit 1992 versorgt die Einrichtung der "Caritas" Obdachlose mit medizinischer Ersthilfe. Etwa 100 Patienten kommen pro Woche in die kleine Ambulanz. Viele haben keine Krankenversicherung und deshalb keinen Anspruch darauf, in "normalen" Arztpraxen behandelt zu werden.

Die häufigsten Krankheiten der Obdachlosen sind chronische Entzündungen, Gicht, Rheuma und Hautkrankheiten - die Folgen des Lebens auf der Straße. Oft kommen sie aber auch einfach hierher, um zu duschen. Dafür müssen sie oft bis zu vier Stunden warten, da es nur eine Dusche in der Ambulanz gibt.

Das Team um die Praxisleiterin Bianca Rossa, bestehend aus Ärztinnen und Ärzten, Krankenschwestern und -pflegern, arbeitet überwiegend ehrenamtlich. 2013 hat das Team 3.500 Behandlungen durchgeführt, 500 mehr als im Vorjahr. Es werden immer mehr Patienten. Doch die Ambulanz hat ein großes Problem: Mittlerweile kommt ein großer Teil der Patienten aus Osteuropa - aus Polen, Rumänien, Lettland oder Litauen. Deshalb hat der Berliner Senat 2012 den jährlichen Zuschuss von 100.000 Euro gestrichen. Die Begründung: Für dieses Fördergeld gebe es keine rechtliche Grundlage, weil Deutschland kein Fürsorgeabkommen mit den osteuropäischen Ländern habe. Ohne dieses Abkommen bleibt das Land Berlin auf den Behandlungskosten sitzen.

Aber die "Caritas" will keine Kranken wegschicken, nur weil deren Herkunftsland kein Fürsorgeabkommen mit Deutschland hat. Seitdem finanziert sich die Ambulanz ausschließlich aus Spenden. 120.000 Euro pro Jahr werden gebraucht - für Medikamente, Betriebskosten und Miete. Ein Kraftakt, den die "Caritas" kaum noch stemmen kann.

Hinzu kommt: Die Praxis muss dringend renoviert und umgebaut werden. Das Wartezimmer ist zu klein geworden für die steigende Zahl der Patienten. Wände sollen versetzt und die Behandlungsräume neu gestrichen werden. Und eine neue Ausstattung muss her: ein neuer Tresen, neue Liegen und Stühle, denn die sind so alt, wie die Praxis selbst. Und vor allem soll die Dusche erneuert und vergrößert werden - damit das Team der Obdachlosenambulanz auch in Zukunft jeden behandeln kann, der dringend ärztliche Hilfe braucht.

Die Aktion | "96 Stunden" - das ist die Aktion des rbb, bei der einmal im Monat in Not geratenen Vereinen geholfen wird. Das Besondere: Die Helfer sind die rbb-Fernsehzuschauerinnen und -Radiohörer. Ab 15. September berichten "zibb - zuhause in Berlin & Brandenburg" und Inforadio über die Fortschritte in der Obdachlosenambulanz am Bahnhof Zoo. Sendetermine

rbb Fernsehen | Montag, 15. September bis Freitag, 19. September, ab 18.30 Uhr in "zibb" | Samstag, 20. September, 18.32 Uhr: "96 Stunden - Zeit zum Helfen", Rückblick auf die aktuelle Aktion

Inforadio | Montag bis Freitag im aktuellen Tagesprogramm

Übertragungsort | Caritas Ambulanz für Wohnungslose, Jebensstraße 3, 10623 Berlin-Charlottenburg (hinter dem Bahnhof Zoo)

Hotline für Helfer | 01802-240020 (geschaltet während der Hilfsaktion, 6 c/Festnetz)

Weitere Informationen im Internet: www.rbb-online.de/zibb/96_stunden/index.html | www. zuhause-in-brandenburg.de

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