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London 2012: Sporthilfe-Experten-Ausblick mit Box-Olympiasieger und Profi-Weltmeister Henry Maske

Frankfurt am Main (ots) -

London 2012: Sporthilfe-Experten-Ausblick für Sonntag, 12.08.2012 
Finalkämpfe der Boxer 
Olympiasieger und Profi-Weltmeister Henry Maske zum olympischen 
Boxturnier 
Fehlurteile und Hoffnungsschimmer 

Dem Amateurboxen stehen große Umwälzungen bevor. Deshalb hat man auch während des olympischen Boxturniers in London eine gewisse Verunsicherung gespürt. Wo geht es jetzt eigentlich hin, was entscheidet? Die Kamprichter haben stark dazu beigetragen, dass diese Verunsicherung nicht genommen werden konnte. Ich finde es absolut respektlos den Sportlern gegenüber, wenn Fehlentscheidungen getroffen werden. Der Aserbaidschaner Magomed Abdulhamidow war im Bantamgewicht gegen den Japaner Satoshi Shimizu nur noch getaumelt und wurde dennoch zum Sieger erklärt. Dieses Urteil wurde letztendlich abgeändert. Das beschreibt allerdings nur die Spitze des Eisbergs. Wenn solch drastische Entscheidungen dazu führen, dass man eingreift, gibt es genügend Entscheidungen, die akzeptiert werden. Die aber nicht akzeptiert werden sollten. Denn damit trifft man nicht ein Land, oder eine Medaillenwertung, sondern vor allem den einzelnen Sportler - und zwar mitten ins Herz. Das ist schmerzlich, das darf einfach nicht sein.

Langsam findet das Amateurboxen zu seinen alten Grundlagen zurück, so wird etwa der Kopfschutz im kommenden Jahr wieder abgeschafft. Die Verteidigungsbereitschaft wird gezwungenermaßen wieder von allen Sportlern gefordert. Das ist gut, das ist die richtige Entwicklung. In London hat man gesehen, dass die "Trefferhascherei" glücklicherweise wieder vernachlässigt wird, dass es zum Teil wieder in die boxerische Richtung geht. Dass die Athleten sich auf ihre Stärken konzentrieren und nicht nur danach richten, wie die erste Runde gepunktet wurde. Selbst wenn sie zurücklagen, haben sie versucht, ruhig zu bleiben und ihrer Linie zu folgen. So hat mir der Brite Anthony Joshua, der am Sonntag im Superschwergewichts-Finale auf den italienischen Titelverteidiger Roberto Cammarelle trifft, sehr gut gefallen. Joshua ist für meine Begriffe eine Bereicherung. Er versucht, sich im Ring professionell darzustellen. Das sind die Athleten, die sich später auch bei den Profis durchsetzen werden, viele andere werden in der Masse bleiben.

Man sieht vor den Finalkämpfen, dass die Länder der früheren Sowjetunion stark in der Wertung sind. Kuba hat an Stärke verloren, was die momentane Anzahl an Finalteilnehmern erkennen lässt. Die inneren Verhältnisse haben sich in den vergangenen 30 Jahren gewandelt, die finanziellen Ressourcen sind nicht mehr so da. Dafür mischen heute Boxer aus Brasilien mit, die spielten bei uns früher kaum eine Rolle. Unsere vier deutschen Boxer haben es zwar nicht in die Medaillenränge geschafft, haben sich aber ordentlich präsentiert. Das war in Ordnung. Das deutsche Amateurboxen hat einen besseren Eindruck hinterlassen als noch vor vier Jahren.

Ihr Henry Maske

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Henry Maske (* 6. Januar 1964 in Treuenbrietzen)
gewann als Amateur 1988 in Seoul die Olympische Goldmedaille im 
Mittelgewicht, war 1989 Weltmeister und insgesamt dreimal 
Europameister. Ab 1990 führte er seinen Siegeszug als Profi weiter, 
gewann 1993 die Weltmeisterschaft des Verbandes IBF im 
Halbschwergewicht und verteidigte diesen Titel bis Ende 1996 zehn 
Mal. Aufgrund seines kultivierten Auftretens in der Öffentlichkeit 
sowie wegen seines Boxstils bekam er den Spitznamen "Gentleman". 
Maske wurde 2012 von der Deutschen Sporthilfe mit der "Goldenen 
Sportpyramide" ausgezeichnet und ist Mitglied der Hall of Fame des 
deutschen Sports. 

Abdruck honorarfrei. Quelle: Deutsche Sporthilfe.

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