Bundesvereinigung Bauwirtschaft

Bauwirtschaft blickt optimistisch auf 2016!
Umsatzwachstum von 2,5 % erwartet

Berlin (ots) -

- Bauhauptgewerbe: + 3 %, Ausbau: + 1,7 %, Gebäudetechnik: + 2,5 % 
- Bauvertragsrecht als nicht-praxistauglich abgelehnt  

"Wir erwarten in 2015 ein Umsatzwachstum für die Bauwirtschaft von 2 %. Damit steigt der Umsatz um fast 5 Mrd. Euro auf gut 230 Mrd. Euro. Der Bereich Gebäudetechnik wächst mit +2,5 % am stärksten; das Bauhauptgewerbe folgt mit ca. +2 % und der Ausbau hält erreicht ca. +1,5 %. Der Umsatz wird bei dem prognostizierten Beschäftigungsniveau von 2,5 Mio. erzielt." Das erklärte der Vorsitzende der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, Karl-Heinz Schneider heute im Vorfeld des 4. Deutschen Bauwirtschaftstages in Berlin. "Auch für das kommende Jahr sind wir zuversichtlich: Wir erwarten ein Umsatzplus von 2,5 % auf dann 235 Mrd. Euro bei stabiler Beschäftigung."

Für das Bauhauptgewerbe erklärte der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes, Dr.-Ing. Hans-Hartwig Loewenstein: "Dass die für 2015 prognostizierte Umsatzsteigerung von +2 % gehalten wird, ist besonders der Entwicklung im Wohnungsneubau zuzuschreiben." Für 2015 werden ca. 265.000 neue Wohnungen erwartet nach 245.325 im Vorjahr. Auch die Zahl der Baugenehmigungen liegt mit rund 300.000 aber immer noch deutlich unter den eigentlich benötigten 400.000 neuen Wohnungen jährlich. Denn durch die Binnenwanderung in die Städte sowie die steigende Zahl von Flüchtlingen wird der Druck auf die Wohnungsmärkte noch stärker. Daher forderte Loewenstein die Erhöhung der Afa auf 4 % sowie die Wiedereinführung der degressiven Afa für private Investoren im sozialen Wohnungsbau. Darüber hinaus ist die Verdopplung der Fördermittel des Bundes an die Länder für den sozialen Wohnungsbau für die Jahre 2016 - 2019 auf 1 Mrd. Euro ein richtiger Schritt. "Wenn die Planungs- und Genehmigungsverfahren verkürzt und durch sog. Typenhäuser erleichtert werden, dann können wir schnell und kostengünstig Wohnraum schaffen." So Loewenstein. Sowohl der Wirtschaftsbau wie auch der öffentliche Bau hemmen in diesem Jahr die positive Entwicklung der Baukonjunktur und liegen deutlich hinter den Erwartungen zurück. "Für 2016 erwarten wir für das Bauhauptgewerbe ein Umsatzwachstum von 3 % auf 89 Mrd. Euro. Das ist ein Plus von 2,5 Mrd. Euro." So Loewenstein.

Auch die Unternehmen im Ausbaubereich sehen in 2015 und 2016 eine solide Auftragslage und Geschäftsentwicklung. Die Unternehmen des Bereiches Ausbau werden in 2015 einen Umsatz von 82,4 Mrd. Euro (+1,5 %) und in 2016 von knapp 84 Mrd. Euro erreichen (+1,7 %).

Stabiles Umsatzwachstum zeigte in den letzten Jahren die Sparte Gebäudetechnik. Die Nachfrage nach Gebäudedienstleistungen sowie die Trends zur Gebäudeenergieeffizienz und Modernisierung so wie der barrierefreien Badgestaltung stützen die Auftragslage. Für 2015 rechnen die Mitgliedsunternehmen im Bereich Gebäudetechnik mit einem Umsatz von 61,2 Mrd. Euro (+2,5 %). Sie werden in 2016 einen Umsatz von 62,5 Mrd. Euro erreichen.

Abschließend ging Schneider noch auf den Referentenentwurf zum Bauvertragsrecht ein, der Investoren und Unternehmer mit seinen untauglichen Regelungen verunsichere. Der Justizminister hatte vor wenigen Wochen einen Gesetzentwurf präsentiert, der die Situation der Bauunternehmer in Deutschland massiv verschlechtern würde. "Das ist mit Blick auf die anstehende Herkulesaufgabe nicht zu verantworten. Wir appellieren daher an die Bundesregierung, die dringend notwendigen Baumaßnahmen nicht durch die Diskussion über einen völlig unausgegorenen Gesetzentwurf zu behindern."

Gleichzeitig forderte Schneider, die Neuregelung zu den sog. Ein- und Ausbaukosten aus dem Gesetzespaket herauszulösen und getrennt zu beraten. "Denn es ist nicht fair, wenn Bauunternehmen für die Produkte haften, die sie verbauen, die Hersteller aber unbehelligt bleiben. Hier ist die Bundesregierung aufgefordert, Abhilfe zu schaffen, wie sie es im Koalitionsvertrag vereinbart hatte."

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