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Digitalstandort Deutschland: Flächendeckendes LTE wichtiger als 5G
Frequenzversteigerung an Versorgungszusagen koppeln

Hamburg (ots)

Flächendeckendes LTE ist besser als lückenhaftes 5G. Schnelligkeit ist zwar wichtig für Anwendungen im Internet der Dinge (IoT). Zunächst wichtiger für den Erfolg aktueller Investitionen in Digitalinnovationen ist allerdings, dass diese Dienste überall zur Verfügung stehen. Für viele Industrieanwendungen im Internet der Dinge reicht dafür jedoch eine LTE-Verbindung mit einer so genannten NarrowBand-IoT-Technik vollkommen aus, zeigt eine Markteinschätzung von Sopra Steria Consulting.

Der Netzstandard 5G bietet im Vergleich zu heutigen LTE-Netzen eine bis zu 100 Mal schnellere Datenübertragung, eine um den Faktor 1.000 höhere Kapazität sowie die Möglichkeit, weltweit bis zu 100 Milliarden Mobilfunkgeräte gleichzeitig zu vernetzen. Dazu kommen die extrem niedrigen Verzögerungen bei der Datenübertragung und ein sehr geringer Energieverbrauch. Solche Turbo-Datenzugriffe sind derzeit allerdings nicht das wichtigste, um den Digitalstandort Deutschland zu stärken. Für konkrete Industrie-4.0-Anwendungen im Internet of Things (IoT), also für die Vernetzung von Maschinen, Produktionsanlagen, Fahrzeugen und Alltagsgegenständen, ist die flächendeckende Vernetzung wichtiger als die allermodernste Technik.

Lieber 100 Prozent LTE als 70 oder 90 Prozent 5G

Eine rasche hundertprozentige Abdeckung mit mobilem Internet - egal ob 5G oder LTE -, würde beispielsweise das Angebot vieler Cloud-Dienste in ländlichen Gebieten verbessern. "Flächendeckendes LTE würde vielen aktuellen Innovationen mehr nützen als 70 Prozent oder 90 Prozent 5G-Abdeckung", sagt Christoph Henkels, Senior Manager Telecommunications, Media & Entertainment bei Sopra Steria Consulting. Damit lassen sich zum Beispiel erste Tele-Medizin-Anwendungen realisieren, mit denen sich die medizinische Versorgung im ländlichen Raum deutlich verbessern würde. Mobiles Arbeiten und damit eine Reduzierung von Verkehr und CO2-Emissionen wäre auch außerhalb von Großstädten möglich. Und Logistikdienstleister können Pakete per Drohne zustellen, ohne ein flächendeckendes Liefernetz aufbauen zu müssen.

Internet der Dinge auch über Narrow-Band-IoT möglich

Anders als die aktuell unbefriedigende Netzabdeckung, sind die notwendigen Technologien vorhanden: Schon heute bietet zum Beispiel der Übertragungsstandard NarrowBand-IoT (NB-IoT) die Möglichkeit, IoT-Funktionalitäten für Mittelständler, Landwirte, Forstbedienstete und Kommunen auf dem Land auf bestehenden 4G-Netzen abzubilden. NB-IoT-Geräte sind ebenfalls schnell und energiesparend, können zu geringen Kosten betrieben werden und haben eine tiefe Gebäudedurchdringung. Sie eignen sich damit für den Einsatz in ungünstigen Umgebungen. Viele IoT-Szenarien mit Sensoren und Aktoren lassen sich über das LTE-basierte NB-IoT realisieren.

Die Vergabe der 5G-Frequenzen sollte deshalb an eine 100-Prozent-Versorgungszusage mit LTE oder im 5G-Standard gekoppelt werden, empfiehlt Christoph Henkels von Sopra Steria Consulting. Um den Ausbau zu finanzieren und den Prozess zu vereinfachen, bietet sich für bislang nicht versorgte Gebiete ein nationales Roaming an. Hierbei muss nur ein Netzbetreiber in einer Region Infrastruktur aufbauen, die von den anderen Telekommunikationsanbietern gegen Gebühr genutzt werden kann. Dieses National Roaming zwischen bestehenden Netzbetreibern kann unabhängig von der Freigabe für neue Netzbetreiber festgeschrieben werden.

Ende September hatte der Beirat der für die Versteigerung der 5G-Frequenzen zuständigen Bundesnetzagentur die Eckpunkte für die Auktion diskutiert. Die Versteigerung soll demnach im ersten Quartal 2019 stattfinden. Kritiker bemängeln, dass sich Vorgaben wieder auf die Anzahl der Haushalte bezögen und nicht auf die Fläche. Das Ziel, 98 Prozent der Haushalte abzudecken würde nur einer Abdeckung von 70 Prozent der Fläche der Bundesrepublik entsprechen, heißt es. Die Folge seien erneut weiße Flecken auf der Internetlandkarte Deutschlands. Die Branche reagiert mittlerweile mit eigenen Ankündigungen, bis 2025 99 Prozent der Bevölkerung und 90 Prozent der Fläche mit schnellem 5G-Internet zu versorgen. Auch dies würde allerdings nicht reichen, damit digitale Zukunftsanwendungen wie das autonome Fahren bundesweit möglich sind.

Über Sopra Steria Consulting (www.soprasteria.de)

Sopra Steria Consulting zählt heute zu den Top Business Transformation Partnern in Deutschland. Als ein führender europäischer Anbieter für digitale Transformation bietet Sopra Steria eines der umfassendsten Angebotsportfolios für End-to-End-Services am Markt: Beratung, Systemintegration, Softwareentwicklung, Infrastrukturmanagement und Business Process Services.

Unternehmen und Behörden vertrauen auf die Expertise von Sopra Steria, komplexe Transformationsvorhaben, die geschäftskritische Herausforderungen adressieren, erfolgreich umzusetzen. Im Zusammenspiel von Qualität, Leistung, Mehrwert und Innovation befähigt Sopra Steria seine Kunden, Informationstechnologien optimal zu nutzen. Mit mehr als 42.000 Mitarbeitern in über 20 Ländern erzielte Sopra Steria 2017 einen Umsatz in Höhe von 3,8 Mrd. Euro.

Die Sopra Steria Group (SOP) ist notiert an der NYSE Euronext Paris (Compartment A) - ISIN: FR0000050809.

Weitere Informationen finden sich unter www.soprasteria.de/newsroom

Pressekontakt:

Sopra Steria Consulting:
Nils Ritter
Tel.: +49 (0) 40 22703-8801
E-Mail: nils.ritter@soprasteria.com

Faktor 3:
Eva Klein
Tel.: +49 (0) 40 679446-6174
E-Mail: e.klein@faktor3.de

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