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Stuttgarter Zeitung: Kommentar zu AfD/Lucke

Stuttgart (ots) - Der "Weckruf 2015" ist der verzweifelte Versuch zu retten, was zu retten ist. Offen warnt der Parteivorsitzende Lucke vor einer Unterwanderung der jungen Partei durch rechtsaußen. Seine Einsicht kommt viel zu spät. Lange haben gerade Lucke und Henkel vor dieser Entwicklung die Augen verschlossen. Schließlich ließen sich Lucke und Henkel lange Zeit dafür feiern, dass die AfD mit plumpen Parolen gegen Flüchtlinge und Zuwanderung aus der EU punkten konnte. Mit dieser Rhetorik gelang der Partei der Einzug in fünf Landtage und ins Europaparlament, wobei nicht übersehen werden darf, dass vor allem die ostdeutschen Landesverbände die Angst vor Überfremdung schüren. Wenn Lucke jetzt die Notbremse zieht, ist das wenig glaubwürdig.

Die AfD ist mit dem Anspruch angetreten, vieles anders zu machen als die etablierten Parteien. Gemessen an den Intrigen und der Lust zur Selbstzerfleischung stellt die AfD die politische Konkurrenz aber locker in den Schatten.

Luckes Aufruf, sich einer neuen (Wahl-)Plattform anzuschließen, ist ein hilfloser und untauglicher Versuch. Dass er zu diesem Mittel greift, zeigt, dass ihm die Felle wegschwimmen. Der Volkswirtschaftsprofessor versuchte, die AfD im Stil eines Hochschullehrers zu führen. Das kann auf Dauer nicht gutgehen.

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