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Stuttgarter Zeitung: Kommentar zu HRE/Better-Rücktritt

Stuttgart (ots) - Möglicherweise bringt eine Depfa-Zerschlagung am Ende wirklich mehr Geld für Bund und Steuerzahler als ein Verkauf. Aber dazu braucht man Glück und einen sehr langen Atem. Aber selbst in diesem günstigsten Fall verkennt es absehbare Kollateralschäden für die Reprivatisierung des HRE-Nachfolgers Deutsche Pfandbriefbank (Pbb).

Die Blaupause, die ein Depfa-Verkauf dafür sein sollte, ist zum Rohrkrepierer geworden. Potenzielle Investoren sind verunsichert. Ihnen wurde klargemacht, dass sie unter deutlichem politischem Vorbehalt um die Pbb bieten und um eine Bank, deren wichtigste Führungsfigur nun abgedankt hat, weil sie die Verhältnisse kennt. Das vergrößert weder den Kreis potenzieller Bieter noch den mutmaßlichen Kaufpreis.

Vielmehr ist das Gegenteil der Fall, und bei der Pbb geht es anders als bei der Depfa nicht um einige Hundert Millionen Euro, sondern um Milliardensummen. Die Wahrscheinlichkeit ist also groß, dass die jüngsten Verwerfungen der Gesamtkalkulation und damit auch dem Steuerzahler in Wirklichkeit geschadet haben. Nach Lage der Dinge haben die dafür hauptverantwortlichen Politiker das entweder billigend in Kauf genommen oder die Konsequenzen ihrer Aktionen grob unterschätzt. Verstörend und unprofessionell ist beides.

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