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Stuttgarter Zeitung: Kommentar zu Hoeneß/Urteil

Stuttgart (ots) - Während er der Basis und dem Überbau im Verein gerne suggerierte, trotz allem immer noch vollkommen normal zu sein, nichts als Fußballer und Fan, operierte Uli Hoeneß insgeheim in einem befremdlichen Spekulationsreich kräftig an der Steuer vorbei mit teils fremdfinanzierten Summen, die als "Spielgeld" eingesetzt wurden.

An einem Tag versenkte er Beträge, die reichen würden, das jährliche Überleben aller Einwohner eines afrikanischen Landes zu garantieren. Zur innerlichen Stabilisierung trat Uli Hoeneß in Deutschland im Gegenzug gerne als sozialer Weihnachtsmann auf. Das war - alles in allem - Frevelei. Oder zumindest "ein Fehler", wie Hoeneß nach der Aufdeckung seines Doppel- bis Triple-Lebens, das er längst nicht mehr im Griff hatte, einräumte.

Im Münchner Prozess wegen Steuerhinterziehung hat der ewige Angreifer Hoeneß einen vorletzten Ausfall probiert. Der Richter Rupert Heindl entzauberte diese Überrumpelungstaktik in der Urteilsbegründung mit einem Wort. Er nannte Hoeneß' Taten ein "Vorsatzdelikt", woran auch der Bundesgerichtshof in letzter Instanz schwerlich vorbeikommen wird. Die FC Bayern AG jedenfalls braucht einen neuen Aufsichtsratsvorsitzenden, und alle Vertrauten, Freunde und Fans von Hoeneß kommen um eine Einsicht von vielen nicht herum: es gab nie nur einen Uli Hoeneß!

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